Dabei braucht Demokratie doch Begegnung. Aber wo begegnen wir uns eigentlich noch?
Darum ging es am 30. September in der neuen Stadtbücherei Tamm bei der Lesung mit Rainald Manthe, Autor von „Demokratie fehlt Begegnung“. Ein passender Ort für einen Abend über Vertrauen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und darüber, warum Demokratie nicht nur in Parlamenten, sondern vor allem im Alltag stattfindet. Manthe beschäftigt sich in seinem Buch genau mit diesen alltäglichen Orten des Zusammenkommens.
Parks. Schwimmbäder. Vereine. Schulen. Supermärkte. Friseursalons. Bibliotheken: Alles Orte, an denen Menschen aufeinandertreffen, die unterschiedlich leben, denken, handeln. Oft sind die Begegnungen zufällig, manchmal entstehen sie bewußt beim gemeinsamen Tun, zum Beispiel im Schwimmkurs, beim Boulespielen im Park, bei einer Lesung in der Bibliothek. Genau darin liegt ihre Bedeutung für unser Miteinander.
Manthes These: Vertrauen entsteht nicht nur durch Informationen oder politische Formate. Es entsteht auch dadurch, dass wir uns tatsächlich gegenüberstehen, miteinander reden, zuhören und unterschiedliche Erfahrungen aushalten. Dafür braucht es aber die öffentliche Orte, wo Aufeinandertreffen möglich wird.
Sandra Detzer, Bündnis 90/ DIE GRÜNEN, Mitglied des Bundestages aus dem Landkreis Ludwigsburg, brachte es in ihrer Grussbotschaft zu Beginn auf den Punkt: Wir müssen wieder stärker vor Ort miteinander ins Gespräch kommen.
Sandra Detzer, Mitglied des Bundestags, Bündnis 90/ DIE GRÜNEN, Kreis Ludwigsburg eröffnete die Lesung mit einem kurzen Grusswort. (Foto: OV Möglingen).Gemeinsam mit Silke Gericke, Bündnis 90/ DIE GRÜNEN, Mitglied des Landtags Baden-Württemberg für den Landkreis Ludwigsburg, und den vielen Gästen wurde deshalb auch darüber diskutiert, wie solche Begegnungsräume aussehen können: Schulen, die abends geöffnet werden, Bibliotheken oder Arztpraxen an Bahnhöfen, Reparatur-Cafés im Baumarkt. Oder einfach ein paar freistehende Stühle, die zum Hinsetzen und Reden einladen, wie es sie beispielsweise schon auf dem Arsenalplatz oder dem Marktplatz in Ludwigsburg gibt.
Impressionen des Abends (Fotos: OV Möglingen, und Clara Zimmermann)
Ein Gedanke des Abends bleibt besonders hängen: Wer Demokratie stärken will, muss nicht immer neue politische Formate erfinden. Wir müssen vielmehr die Orte stärken, an denen Menschen gerne, immer wieder und ohne grossen Aufwand zusammenkommen. Und vor allem eines wieder häufiger tun: zuhören.
Wenn Sie Orte kennen, die Ihrer Meinung nach wichtige Begegnungsorte sind, schicken Sie uns diese gerne zu. Wir stellen sie dann hier auf unserer Website vor.